Konstruktionen

Konstruktionen mit Kalzip® falzbarem Aluminium



Doppelstehfalz

Beim Doppelstehfalz werden Scharen mit zwei unterschiedlich hohen Aufkantungen zusammen gefalzt. In der Regel erfolgt die Vorfertigung zunächst als Winkelstehfalz mit Biegemaschinen oder Rollformern. Mit speziellen Handgeräten oder Falzmaschinen wird zunächst der offene Winkelstehfalz geschlossen und in einem weiteren Arbeitsschritt ein weiteres Mal umgelegt. Die integrierten, in direkten Befestigungselemente (Hafte) werden hierbei Teil des Systems. Die Doppelsteh falz Verbindung bietet höchste Sicherheit für die Dichtigkeit der Verbindung und kann für alle Dachneigungsbereiche ≥ 3° Neigung eingesetzt werden. Im Neigungsbereich ≥ 3° bis < 7° können Sondermaßnahmen, beispielsweise Falzdichtungen (Bänder oder Gel), Falzerhöhung oder ein Unterdach erforderlich werden. Vorteil der Doppelstehfalzverbindung ist, dass sie bei fachgerechter Verlegung die seitliche Ausdehnung der Scharen infolge Temperatur zwängungsfrei aufnimmt. Daher ist die Deckung beliebig breiter Dachflächen ohne zusätzliche Dehnungsbereiche möglich – ausgenommen an Gebäude-Dehnfugen.

Das Doppelstehfalzsystem ist aufgrund der erforderlichen handwerklichen Arbeitsschritte und dem unvermeidbaren Eintrag sichtbarer Materialspannungen für Fassadenbekleidungen nicht geeignet.



Winkelstehfalz

Beim Winkelstehfalz ergeben sich die gleichen Höhen und Einteilungen, da die Verbindung der Scharen wie beim Doppelstehfalz durch einfaches Umlegen der höheren Scharaufkantung erfolgt, wobei dann lediglich der Falz nicht wie beim Doppelstehfalz vollständig umgelegt wird.

Der Winkelstehfalz wird überwiegend im Wandbereich verwendet, da er erst bei Neigungen = 25° verwendet werden darf. Er ist quasi ein nicht geschlossener Doppelstehfalz. Mit seiner Aufsichtsbreite von etwa 10 Millimetern sorgt er für eine markante Strukturierung und wird aufgrund seiner besseren Planheit bei Fassadenbekleidungen sowie bei gestalteten Dachflächen ab einer Dachneigung von 25 Grad eingesetzt. In besonders schneereichen Gebieten ist unter Umständen eine Mindestdachneigung von 35 Grad einzuhalten.

Aufgrund des fehlenden zweiten Formvorgangs ist der Spannungseintrag bei Winkelstehfalzscharen geringer als bei einer Ausführung im Doppelstehfalzsystem.

Die systemtypische leichte Wellenbildung ist deshalb auf ein Minimum reduziert. Um eine deutlichere Strukturierung zu erzielen, werden die variablen Winkelfalze in Höhe und Breite oft variiert und in der spannungsarmen Biegetechnik vorgefertigt.

Weitere Konstruktionsmöglichkeiten wie z.B. die Leistensysteme finden Sie z.B. in unserem Handbuch.

 

Scharbreiten und -längen

Das Achsmaß des verlegten Doppelstehfalzes ergibt sich aus der Zuschnittbreite, abzüglich des An teils für die Falze. Mit der Bandbreite von z.B. 600 mm ergibt sich nach Abzug der beiden Falzaufkantungen ein Achsmaß für den Doppelstehfalz von ca. 530 mm bei der Falzhöhe von etwa 25 mm. Wenn in besonderen Fällen höhere Falze gewählt werden, verringert sich das Achsmaß entsprechend. Laut Klempnerfachregeln beträgt die Mindesthöhe der Stehfalze 23 mm. In gewissem Umfang hängt die Breite der Falzborde aber auch von der Einstellung der Falzmaschine ab.

Die empfohlene übliche maximale Länge für Aluminiumscharen beträgt 10,00 m. Ist eine Überschreitung der max. Scharenlänge erforderlich so kann dies durch Quernähte oder mit Sondermaßnahmen, zum Beispiel durch Verwendung von Spezialschiebehaften, realisiert werden. Die entsprechenden Längenänderungen sind dabei zu berechnen und zu berücksichtigen. Für Aluminium beträgt der Ausdehnungskoeffizient 0,024 mm/K. Montiert man die 10m lange Bahn z. B. bei 20°C ergibt sich eine maximale Dehnung von 14,4 mm (bei 80°C) und eine Kontraktion von -9,6 mm (bei -20°C). Entsprechend sind alle Verbindungen und Befestigungen von Metalldächern und -fassaden so auszuführen, dass sich die Bauteile ungehindert ausdehnen, zusammenziehen oder verschieben können.



Zweischaliger, hinterlüfteter Dachaufbau (Kaltdach)

Das zweischalige, hinterlüftete Dach (Kaltdach) ist der ideale Dachaufbau für falzbares Aluminium. Der besondere Vorteil dieses Dachaufbaus besteht darin, dass eventuell eindringende Feuchtigkeit in der Hinterlüftungsebene sicher abgeführt wird.

Diese Zusatzsicherheit macht den zweischaligen, hinterlüfteten Dachaufbau zur perfekten Standardlösung für handwerkliche Metallbedachungen. Bei diese Konstruktionen ist keine strukturierte Trennlage zwischen falzbarem Aluminium und der Holzschalung erforderlich. Für alle Dachaufbauten die perfekte Lösung. Korrosionsfreier Gebäudeschutz für viele Jahrzehnte.



Einschaliger, unbelüfteter Dachaufbau (Warmdach)

Der einschalige, nicht hinterlüftete Dachaufbau erfordert systembedingt eine höhere Sorgfalt bei der Ausführung der diffusionssperrenden Schichten, um Durchfeuchtungen des Dachpakets durch Kondensat zu vermeiden. Hier ist der Planer und Ausführende gleichermaßen in der Pflicht solche Konstruktionen langfristig schadenfrei umzusetzen.

Falzbares Aluminium ist selbst gegen Rückseitenkorrosion unempfindlich und eignet sich aufgrund seiner exzellenten Werkstoffeigenschaften ideal für Warmdachkonstruktionen.



Fassadenkonstruktionen

Fassaden sind die Visitenkarten von Gebäuden. Sie prägen die Ästhetik und das Wesen von Neubauten und historischer Bausubstanz. Falzbares Aluminium setzt neue Maßstäbe für optisch schöne Fassadenansichten und erfüllt von der Planung bis zur Umsetzung höchste bautechnische und gestalterische Ansprüche. Die unverkennbaren, metallischen Oberflächen minimieren Spiegelungen, Reflexionen und vermitteln auch bei großen Flächen dezente, repräsentative Gebäudecharaktere. Falzbares Aluminium kann mit klempnertechnischen Verfahren für die Metallwandbekleidungen verarbeitet werden. Die am häufigsten gewählte Ausführung ist der Winkelstehfalz oder eine Rauten- bzw. Schindeldeckung auf einer hinterlüfteten Schalung.